Haustiere unterwegs: So helfen Sie ihnen gegen Stress und Reisekrankheit beim Umzug

Haustiere unterwegs: So helfen Sie ihnen gegen Stress und Reisekrankheit beim Umzug

Ein Umzug ist selten völlig stressfrei – weder für Menschen noch für Tiere. Für Haustiere bedeutet der Wechsel eine große Umstellung: neue Gerüche, Geräusche, Räume und Routinen können Unsicherheit auslösen. Auch die Fahrt selbst kann anstrengend sein und zu Übelkeit oder Angst führen. Mit etwas Vorbereitung und Geduld können Sie Ihrem tierischen Begleiter jedoch helfen, die Veränderung gelassen zu meistern. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Haustier sicher und stressarm durch den Umzug bringen.
Das Verhalten Ihres Tieres verstehen
Tiere reagieren unterschiedlich auf Veränderungen. Hunde werden oft unruhig oder suchen verstärkt Nähe, während Katzen sich lieber zurückziehen und verstecken. Kleintiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen zeigen Stress häufig dadurch, dass sie weniger fressen oder sich still verhalten. Wichtig ist, die Anzeichen zu erkennen und ruhig zu bleiben. Tiere spüren die Stimmung ihrer Halter – wer selbst gelassen bleibt, überträgt diese Ruhe auch auf sein Tier.
Frühzeitig planen und vorbereiten
Ein entspannter Umzug beginnt lange vor dem eigentlichen Termin. Je früher Sie Ihr Haustier in die Vorbereitung einbeziehen, desto besser.
- Routinen beibehalten: Fütterungszeiten, Spaziergänge und Spielphasen sollten möglichst unverändert bleiben. Das vermittelt Sicherheit.
- Transportbox rechtzeitig gewöhnen: Stellen Sie die Box oder den Käfig schon Wochen vorher offen in die Wohnung. Legen Sie Decken oder Leckerlis hinein, damit Ihr Tier positive Erfahrungen damit verbindet.
- Tierarztbesuch einplanen: Lassen Sie Ihr Tier vor dem Umzug durchchecken und Impfungen auffrischen. Fragen Sie nach Tipps oder Medikamenten gegen Reisekrankheit, falls Ihr Tier empfindlich reagiert.
- Kennzeichnung prüfen: Kontrollieren Sie, ob Mikrochip und Registrierung aktuell sind. Sollte Ihr Tier während des Umzugs entlaufen, kann es so leichter zurückgebracht werden.
Am Umzugstag
Der eigentliche Umzugstag ist meist besonders hektisch. Versuchen Sie, für Ihr Tier eine ruhige Umgebung zu schaffen.
- Separater Rückzugsort: Bringen Sie Ihr Tier in ein ruhiges Zimmer mit vertrauten Gegenständen – Körbchen, Spielzeug, Futternapf – während Möbel getragen werden.
- Leichte Mahlzeiten: Füttern Sie nur eine kleine Portion einige Stunden vor der Fahrt, um Übelkeit zu vermeiden.
- Pausen und frische Luft: Bei längeren Fahrten sollten Sie regelmäßig anhalten, damit Hunde sich lösen und bewegen können. Katzen bleiben besser in der Box, können aber in ruhigen Momenten beruhigt werden.
- Vertraute Gerüche: Eine Decke oder ein Kleidungsstück mit Ihrem Geruch kann während der Fahrt beruhigend wirken.
Hilfe bei Reisekrankheit
Reisekrankheit entsteht, wenn Bewegung und Wahrnehmung nicht übereinstimmen – ähnlich wie beim Menschen. Typische Symptome sind Speicheln, Gähnen, Unruhe oder Erbrechen. Zur Vorbeugung:
- Sorgen Sie für gute Belüftung im Auto.
- Fahren Sie ruhig und vermeiden Sie abruptes Bremsen.
- Geben Sie keine großen Mahlzeiten vor der Fahrt.
- Sprechen Sie ruhig mit Ihrem Tier, aber öffnen Sie die Box während der Fahrt nicht.
Wenn die Beschwerden regelmäßig auftreten, kann der Tierarzt geeignete Mittel oder natürliche Beruhigungshilfen empfehlen.
Im neuen Zuhause
Nach der Ankunft sollten Sie Ihrem Tier Zeit geben, sich einzugewöhnen. Beginnen Sie mit einem Raum, in dem es sich sicher fühlen kann. Erst wenn es entspannt wirkt, darf es den Rest der Wohnung erkunden. Behalten Sie gewohnte Routinen bei und verwenden Sie vertraute Näpfe, Decken und Spielzeuge. Das schafft Kontinuität in der neuen Umgebung.
Katzen sollten in den ersten Wochen im Haus bleiben, bis sie sich orientiert haben. Hunde sollten anfangs nur an der Leine geführt werden, um ein Weglaufen zu verhindern.
Geduld und Geborgenheit
Die meisten Tiere gewöhnen sich innerhalb weniger Tage an ihr neues Zuhause, manche brauchen jedoch länger. Seien Sie geduldig und schenken Sie in dieser Zeit besonders viel Aufmerksamkeit. Lob, gemeinsames Spielen und ruhige Momente helfen Ihrem Tier, Vertrauen zu fassen und das neue Zuhause positiv zu verknüpfen. Ein Umzug kann so nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance sein – nämlich, die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Haustier zu stärken.










